Erinnerungen an meinen lieben Friedrich
Es war der 30.Tag im Dezember 1998, kurz bevor das Jahr zu Ende gehen wollte.
Auf einem Pferdemarkt sah ich Dich zum ersten Mal und konnte mir noch gar nicht richtig vorstellen, wie es ist ein Pferd zu haben. Aber ich wünschte es mir schon sehr lange. Wir standen uns gegenüber, ich berührte Dich zum ersten mal, fühlte Deine weichen Nüstern und ich war sehr unsicher mit dem Gedanken, ein Pferd zu kaufen. Ich musste überlegen was ich tun sollte, aber es war schon zu spät. Du hattest mein Herz erobert, so wurde dieser Tag unser erster Tag. Schnell waren die kleinen Ponys Petri und Feivel zu Deinen Freunden geworden und die Stuten im Stall fanden Dich sowieso schick.
Am Silvestertag wurde mir erst richtig klar, dass sich mein Leben von nun an ändern sollte. Es wurde viel schöner und mit der täglichen Sorge um Dich bekam mein Leben einen ganz besonderen Sinn. Ich versuchte ständig das Beste für Dein Wohl zu tun. Es war nicht immer einfach aber wir wurden zu Freunden. Ich respektierte Deine Eigenheiten und habe vielleicht auch manchmal Fehler gemacht.
Wir haben uns unsere Fehler vergeben, ich habe sehr viel von Dir gelernt und so wurdest Du zu meinem besten Freund. Immer hast Du mich freudig begrüßt es reichte ein Zuruf und Du kamst zu mir. Ich spürte dass Du mich auch gern hast. Wir feierten 3 Deiner Geburtstage zusammen. Wenn Du krank warst pflegte ich Dich gesund, wenn es mir nicht gut ging gabst Du mir halt und Zuversicht.
Du warst selten krank. Viel lieber zeigtest Du deine Lebensfreude mit springen und tanzen auf der Wiese .Alle Menschen schauten Dir gerne zu. Ja …mein lieber Friedrich du warst etwas ganz besonderes.
Am 15.September 2002 wurdest Du so krank, dass ich Dich in die Klinik schaffen musste. Ich hatte große Angst um Dich. In der Nacht musstest Du operiert werden, die Darmverlagerung ging ohne Operation nicht weg. Ich fuhr gleich los um bei Dir zu sein. Als ich ankam war die OP schon fertig und ich hatte große Hoffnung. Alles kam anders, du hast Dich so aufgeregt, hast mich erkannt, konntest nicht mehr richtig atmen, hast Dich 4 Stunden furchtbar gequält. Ich musste Dich von Deinen Qualen erlösen lassen. Sie sagten, es wäre besser so. Hoffentlich geht es Dir da wo Du jetzt bist gut. Ich wünsche es Dir von ganzem Herzen.
Um 9:45 Uhr hatte Dein Leiden ein Ende und Du hast mich für immer verlassen. Man gab mir Zeit für den Abschied, die letzte Berührung Deines warmen Körpers. Die Berührung Deiner weichen Nüstern. So wie es begann, so endete es, mit dieser letzten Berührung.
Mein lieber Friedrich…Ich werde Dich nie vergessen. Mein Herz hat eine riesige Wunde bekommen die eine große Narbe hinterlassen wird. Die Narbe wird mich immer an Dein freundliches Wesen und Deine Treue erinnern. Ich habe dich immer lieb.
Ich vermisse Dich so sehr…
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