Ich bin am 2.6.81 in Erftstadt-Friesheim geboren.
Lebte 6 Monate bei meiner Mutter Fontana 5,
danach auf einer Weide mit gleichaltrigen Fohlen
zusammen. Mit 4 Jahren wurde ich dann zur Körung
vorgestellt. Wobei ich den Richtern wohl nicht
so
gefallen haben muss wie ich mir das vorgestellt
habe.
Ich zeigte mich zwar von meiner besten Seite,
doch
es half nix - durchgefallen.
NICHT GEKÖRT steht jetzt in meinen Papieren.
Heul :- (
Danach wurde ich kastriert (Schmerz) und wurde
als
Wallach an einem Mann in Köln verkauft.
Dort lebte ich in einem Reitstall, mit Gitterstäben
und muffiger
Stalluft, kam nur zum Reiten in einer noch staubigeren
Reithalle.
Ich hatte einfach keine Lust mehr mich immer
nur reiten zu lassen und mein Besitzer hatte nicht mal ein
Möhrchen
für mich übrig.
Als die Frau von meinem Besitzer ihr erstes Kind
bekommen hat hatte er noch weniger Zeit für mich und ich musste
noch öfter einfach vor mich hin dösen weil keiner kam.
Am 30.9.89 wurde ich aus Zeit und Geldmangel
verkauft.
Ich habe gehofft das ab jetzt alles anderes sein
würde – war es auch – es war noch schlimmer.
Mit 10 Jahren wurde ich an eine Reiterin verkauft und stand
jetzt in Erftstadt Gymnich, in einem Reitstall, diesmal aber ganz ohne
Weiden oder Auslauf.
Meine neue Besitzerin war als rücksichtslos
bekannt, sie jagte mich im Galopp nur so über alle möglichen
Wege.
Dazu wollte sie noch springen über diese
Sinnlose Hindernisse wo man doch einfach drum herum traben könnte.
Ich verstand die Welt nicht mehr.
Mein Tagesablauf war sonst nur, Raus aus der Box,
putzen, reiten, rein in die Box, es nervte mich immer mehr, bis ich herausgefunden
habe das ich mich durch buckeln dem lästigen Reitergewicht entledigen
konnte.
Dies machte ich nun regelmäßig, es
war lustig den Menschen der auf mir gesessen hatte mit dem Gesicht bremsen
und im Reithallenstaub liegen zu sehen.
Ob das ein Fehler war?
Weiß nicht, jetzt hatte ich zwar ruhe
weil alle Angst vor mir hatten, aber ich war auch einsam weil alle nun
achtlos an mir vorbeigingen. Ich hörte auch ein Mädchen sagen:
Ach der blöde Atti, so abwertend haben sie über mich gesprochen....
Ich hatte keinen mehr der mich lieb hatte, war
ganz alleine in einer dunklen Eckbox.
Mittlerweile kam auch meine Besitzerin nicht
mehr in den Stall wurde nur noch als Putzpferd von irgendeinem Pflegemädchen
versorgt.
Was ich damals nicht wusste, meine Besitzerin
hatte 3 Monate ihre Stallmiete nicht mehr bezahlt und hatte dann dem Reitstallbesitzer
gesagt er sollte einem Käufer für mich finden.
Es hatte genau 2 Wochen gedauert bis endlich
ein Käufer für mich in den Stall kam.
Er war ein Reitanfänger wollte mich
gleich von der Stange wegkaufen, nur der Reitstallbesitzer wollte das er
mich mal probereiten sollte.
Gesagt getan, er stieg auf und als er aufgesessen
hatte jagte ich mit ihm durch die Halle, er fiel fast runter
aber er hatte sie so fest an meiner Mähne festgekrallt das ich erstaunt war das ich es nicht geschafft
habe ihn abzuwerfen.
Die Leute an der Bande tuschelten und ich hörte
sie sagen das er mich bestimmt nicht kaufen würde.
Aber auch wenn er außer Puste gewesen war
konnte er immer noch auf die Frage ob er mich haben möchte mit Jaaa
beantworten, ich war verkauft.
Ich war damals 12 Jahre und wurde in einen neuen Stall gebracht, nicht
so edel wie der letzter, eher einfach gehalten und wohl auch preiswerter.
Ich merkte das ich wieder geliebt wurde und
er versuchte mich auch zu reiten.
Die Betonung liegt auf versucht, denn
ich habe natürlich nicht vergessen das was ich erlebt habe.
Also habe ich ihm das Leben so schwer wie möglich
gemacht.
So das die anderen Einsteller gesagt haben er
soll mich zurückgeben, was er aber nicht tat.
Ich faste langsam wieder Vertrauen zu diesem Menschen der immer lieb
war und mir alles mögliche an Leckereien
mitgebracht hatte.
Es hatte 6 Monate gedauert bis er mich ohne großartige
Probleme reiten konnte.
Aber danach haben wir gemeinsam viel gemacht.
Sogar den Reiterpass, Wanderritte, Urlaub am Meer in Holland, usw.
Wir haben dann noch den Stall gewechselt, weil
ich etwas Husten wegen dem Staub bekommen habe der im Stall war.
Jetzt wohne ich in einer Box mit zeitweise Auslauf
und viel frischer Luft.
Auch die anderen Pferde sind in meiner Nähe.
Mit 26 Jahre fangen leider auch
die kleinen Wehwehchen an.
Die Beine knacken und ich habe auch was an
der Sehne weil ich viel zu viel von meinen Vorbesitzern gesprungen wurde.
Der Tierarzt sagte schon mit 20 ist die Behandlung
der Sehne nicht mehr Erfolg versprechend weil die Zeit zum regenerieren
zu lang ist.
Ich werde nun nicht mehr geritten, kann ich auch nicht mehr.
Aber mein jetziger Besitzer hat mir fest versprochen das er mich
niiiie wieder verkaufen würde
und dafür bin ich ihm sehr Dankbar.
Jetzt bin ich fast 30 Jahre, ich werde älter, ich mag nicht mehr laufen und die
Beine schmerzen je nach Wetterlage manchmal unerträglich, dann bekomme ich
Schmerzmittel.
Seufs, ich will eigentlich noch leben, doch manchmal glaube ich es währe besser
Tot zu sein, ohne Schmerzen, ohne Angst einfach einzuschlafen und nichts mehr zu
spüren.
Atti starb am 11.04.2011 im Alter von 29 Jahren und 10
Monate, ich werde ihn sehr vermissen, da er mein erstes Pferd war und
mich 18 Jahre meines Lebens begleitet hat
Euer Atti
Attilas
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Eigenschaften: Stark eifersüchtig, will nicht lange
auf die Weide, und ist schon mehrfach alleine
in den Stall zurückgekommen. "Ist ein echtes Freupferd ;-)"